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Unser Service für Sie: Aktuelle Artikel und Informationen zu Gerichtsentscheidungen aus dem Familienrecht.

Parental Alienation Syndrom (PAS) – Oft festgestellt aber auch diagnostiziert?

Rückblick: Die amerikanischen Psychologinnen Wallerstein und Kelly erwähnten bereits im Jahr 1980 das Problem, dass Kinder sich mit -nur- einem Elternteil solidarisieren. Diesen Vorgang bezeichnete der Psychiater Gardner 1987 als Parential Alienation Syndrom.

Es liegt vor, wenn sich Kinder getrennt lebender Eltern ausschließlich einem Elternteil zuwenden und den anderen rigoros ablehnen und abwerten. Beruht die Ablehnung auf realen Erfahrungen wie körperlichem, sexuellem oder psychischem Missbrauch, wird PAS verneint. Nur bei nicht nachvollziehbarer Abwendung eines Kindes wird angenommen, dass der ablehnende Elternteil durch „Gehirnwäsche“ dem Kind seine eigene Ablehnung „eingeimpft“ hat.

Wer bekommt die Hunde nach der Scheidung? Wenn Eheleute sich nicht über den Aufenthalt der Hunde einigen können.

Das OLG Nürnberg hatte über einen Fall zu entscheiden, bei dem sich Eheleute während ihrer Ehe zwei Hunde angeschafft hatten und diese zu gleichen Teilen betreuten. Als die Eheleute sich trennten, nahm die Ehefrau die Hunde mit zu sich und ihrem neuen Partner. Der Ehemann stand mittlerweile kurz vor der Berentung und wollte zukünftig viel Zeit mit den Hunden verbringen. Er beantragte die Herausgabe der Hunde.

Das OLG Nürnberg entschied mit Beschluss vom 20.12.2016, dass die Hunde bei der Ehefrau verbleiben dürfen.  Zunächst wies das Gericht darauf hin, dass Hunde, die als Haustiere gehalten werden, wie Haushaltsgegenstände aufzuteilen sind und deshalb beiden Ehepartnern zu gleichen Teilen zustehen.

Können sich die Eheleute im Rahmen der Trennung über den Verbleib der Hunde nicht einigen, muss eine umfassende Interessenabwägung vorgenommen werden.

Das OLG ließ es bei der Abwägung der Interessen der Eheleute und der Billigkeitsentscheidung auf das Affektionsinteresse, also den „Liebhaberwert“, ankommen. Entscheidend war, welcher Ehegatte ein größeres Interesse und eine engere Bindung zu den Hunden hat.

Das Affektionsinteresse lasse sich, so das OLG Nürnberg, z.B. daran erkennen, wer die Tiere während der Ehe intensiver betreut habe. Da in dem vorliegenden Fall beide Ehegatten ein gleichgroßes Interesse an den Hunden hatten und beide in der Lage waren, sich angemessen um die Tiere zu kümmern, hat der Senat vorrangig das Wohl der Hunde berücksichtigt.

Das Gericht führte an, dass Hunde Rudeltiere seien und auch der Mensch, der sie betreut, einen Platz in dieser Hierarchie inne habe. Die Hunde haben untereinander und zu der sie betreuenden Person eine Bindung und würden einen erneuten Verlust dieser Bindung nur schwer verkraften. Die Struktur der Hierarchie des Rudels habe sich bereits aufgrund der Trennung der Eheleute und des Wegzugs der Tiere zur Ehefrau geändert. Die Konstante der Tiere bestehe nunmehr im Zusammenleben mit der Ehefrau bei Gewöhnung an die neue Umgebung und den neuen Lebenspartner der Ehefrau als neues „Rudelmitglied“. Der Grundsatz der Kontinuität spreche deshalb für einen Verbleib der Tiere bei der Ehefrau.

Anders als bei Hausratsgegenständen oder etwa dem gemeinsamen PKW sind bei der Entscheidung über die Aufteilung der Hunde die Gesichtspunkte des Tierschutzes zu berücksichtigen. Das Gericht hat zwar festgehalten, dass die Vorschriften über den Lebensmittelpunkt und das Wohl von Kindern nicht anzuwenden ist. Dennoch  bedarf es einer umfassenden Interessenabwägung, bei der auch das Wohl der Hunde berücksichtigt werden muss. Tiere sind keine Menschen, aber eben auch keine bloßen Hausratsgegenstände, sie sind Lebewesen, die unseren Respekt und Schutz verdienen.

(vgl. OLG Nürnberg, Beschluss vom 20.12.2016 Az.: 10 UF 1249/16)

Muss der Mann ausziehen?

Elli S. aus H. fragt: Unsere Ehe ist schon lange ohne Liebe. Neu ist, dass wir uns immer öfter laut streiten, meistens ums Geld und häufig wegen der Kinder. Unser Sohn macht im nächsten Jahr Abitur, er will nur seine Ruhe haben und auf keinen Fall ausziehen. Unsere 14-jährige Tochter ist in der Pubertät, wird immer frecher, schreit uns an und will einfach weg. Ich bin nervlich am Ende. Bei meiner Arbeit – halbtags – mache ich Fehler und bin oft krank. Am besten wäre es, mein Mann zöge aus, aber das lehnt er strikt ab. Kann ich das verlangen, auch, wenn ihm das Haus allein gehört?

Schwester fordert eine Versteigerung

Joachim D. aus Hannover fragt: Meine 45-jährige Schwester und ich als drei Jahre älterer Bruder haben gemeinsam von unseren Eltern das Zweifamilienhaus geerbt, in dem wir aufgewachsen sind und das ich als Alleinstehender bis zum Tod der Eltern und jetzt noch in einer Etage bewohne. Sie lebt inzwischen in einer anderen Stadt und möchte ihren Anteil von mir ausgezahlt bekommen. So viel Geld habe ich aber nicht und ich möchte auch keinen hohen Kredit aufnehmen. Andernfalls fordert sie aber eine Zwangsversteigerung. Dann müsste ich ausziehen und würde mein Zuhause verlieren. Ist die Forderung rechtmäßig?

Muss ein Vater für Sprachtraining des Kindes zahlen?

Carsten E. aus H. fragt: Ich habe einen 14-jährigen Sohn und lebe von der Mutter getrennt. Ich betreue den Sohn zwei Tage wöchentlich und alle 14 Tage am Wochenende – zum Teil auch noch in den Ferien. Er hat bei mir ein eigenes Zimmer. Außerdem komme ich der Unterhaltszahlung von monatlich 400 Euro nach. Das Kindergeld erhält die Mutter. Nun ist es nötig, dass er an einem Legasthenietraining für die Fremdsprache Englisch teilnimmt. Dieses Training kostet rund 160 Euro im Monat. Ist es gerechtfertigt, dass ich die Hälfte der Kosten tragen soll? Das fordert die Mutter, obwohl ihr pro Monat 585 Euro für das Kind zur Verfügung stehen.

Muss sich ein Vater mehr kümmern?

Roman K. aus Hannover fragt: „Meine Frau und ich haben uns vor zwei Jahren scheiden lassen. Für unseren gemeinsamen zehnjährigen Sohn zahle ich pünktlich den vereinbarten Unterhalt und bemühe mich auch, ihn trotz erheblicher beruflicher Belastungen mindestens einmal pro Woche für mehrere Stunden zu sehen – Übernachtungen inbegriffen. Trotzdem droht nun die Mutter mit juristischen Schritten, wenn ich mich nicht noch mehr um das Kind kümmere. Gibt es dafür eine rechtliche Grundlage?“

Was kostet eine Ehescheidung?

… diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Wie so oft kommt es auf den Einzelfall an. Tatsächlich kann eine Scheidung teuer werden, weil zumindest die Partei, die den Scheidungsantrag stellt, anwaltlich vertreten sein muss. Die Kosten der Scheidung sind „nach oben offen“, wenn Eheleute mit der Scheidung auch noch sogenannte Folgesachen wie Unterhalt, Zugewinnausgleich oder den Umgang mit den Kindern gerichtlich klären lassen.

Darf dem Vater Umgang mit Kind verwehrt werden?

Karola B. aus H. fragt: Mein Sohn steht an den vereinbarten Wochenendterminen vor der Tür seiner Exfrau, um die gemeinsame sechsjährige Tochter abzuholen. Die Tür wird aber nicht geöffnet, und er bekommt auch keine Nachricht. Die Mutter verweigert ihm das Kind. Er möchte den ihm zustehenden Kontakt zum Kind haben, hat aber seit vier Wochen nichts von der Tochter gehört – nicht einmal telefonisch. Er hat nun Angst, dass sich das Kind von ihm distanziert. Darf eine Mutter so handeln? Obwohl die Kleine gerne mit dem Vater zusammen ist?

Gibt es Unterhalt trotz Ehevertrag?

Roswitha K. aus S. fragt: Meine Tochter ist seit zehn Jahren mit einem gewalttätigen Anwalt verheiratet und seitdem Hausfrau und Mutter eines inzwischen siebenjährigen Jungen. Das Kind hat Angst vor seinem Vater, der sich kaum am Familienleben beteiligt und lieber mit Freunden trinkt. In einem Ehevertrag ist alles zum Vorteil meines Schwiegersohnes geregelt. Besteht für meine Tochter und den Sohn bei einer Trennung trotzdem Aussicht auf Unterhalt? Und wie soll die Mutter vorgehen, ohne sich in Gefahr zu bringen?

Elternunterhalt

Der Elternunterhalt nimmt in der Praxis eine immer bedeutsamere Rolle ein.

Die Bevölkerung wird älter, eine steigende Zahl von Senioren/ Seniorinnen kann sich nicht mehr selbst versorgen und geht deshalb in Alters- und Pflegeheime. Die Kosten für die Heimunterbringung sind inzwischen so hoch, dass sie nicht mehr von den eigenen Renteneinkünften der Eltern, den Pflegeversicherungen und dem Vermögen der Eltern getragen werden können. Deshalb müssen die Sozialämter einspringen, die aber versuchen, das Geld von den unterhaltspflichtigen Kindern oder noch vom außerhalb des Heimes lebenden Ehegatten zurückzuholen.

Unterhaltsansprüche gegen die Großeltern durchsetzen – sog. Ersatzhaftung

Ein Elternteil, der ein minderjähriges Kind nicht selbst betreut, muss grundsätzlich alle Möglichkeiten einsetzen, um den sogenannten Mindestkindesunterhalt der Düsseldorfer Tabelle zahlen zu können. Er muss hier jede mögliche Arbeit annehmen. Doch was passiert, wenn bspw. der Vater aufgrund schwerer Erkrankung nicht arbeiten kann oder es schlicht nicht macht und ein Beschluss des Familiengerichts nicht vollstreckt werden kann?

Papacheck – Der Vaterschaftsnachweis für zu Hause oder ein genetischer Lauschangriff auf die ganze Familie?

Beitrag Zeitschrift „Kinderschutz aktuell“ Nr. 4/2002. 

Diese Fragen quälten meinen Mandanten schon lange, verstärkt im laufenden Scheidungsverfahren. Er will von mir wissen, ob er den papacheck heimlich machen darf, und wenn nicht, ob er seine Frau auf Zustimmung verklagen kann. Wenn feststeht, daß er nicht der Vater ist, will er sofort jegliche Unterhaltszahlungen an Frau und Kind einstellen.

Gerechtigkeit und Fairness im familiengerichtlichen Verfahren – Versuch einer Bestandsaufnahme

Willkommen im Club? Schon Platon und Aristoteles stritten trefflich über die Gerechtigkeit – wird diese Diskussion nach über 2000 Jahren nun auch für das Familiengerichtsverfahren geführt oder – eher – gefordert? Seit Menschengedenken wurden Gerechtigkeitstheorien aufgestellt, und auch wenn viele wieder vergessen sind, herrscht heute große Vielfalt. Sie erscheint einerseits verwirrend, läßt aber doch den Schluß zu, daß es um die Gerechtigkeit nicht schlecht bestellt sein kann, wenn und solange Menschen sich mit diesem Thema befassen.