Die Krankenversicherung nach der Scheidung

Mit einer Ehescheidung gehen immer  Änderungen einher, die die Gesundheits- und Altersvorsorge betreffen.

Grundsätzlich sind alle deutschen Staatsangehörigen dazu verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Die meisten Menschen sind gesetzlich krankenversichert, entweder auf den eigenen Namen oder im Rahmen einer Familienversicherung.

Übersteigt das Jahresentgelt 60.750,00 € besteht die Verpflichtung die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung zu beantragen oder sich privat zu versichern.

Familienversicherung:

Während der Ehe können die gemeinsamen Kinder und der Ehegatte, der keine oder nur geringfügige Einkünfte erzielt und keine staatlichen Zuwendungen erhält, beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenkasse des Ehegatten, der sog. Familienversicherung, mitversichert werden. Für Kinder gilt die Familienversicherung grundsätzlich bis zur Vollendung ihres 18. Lebensjahres; sie kann jedoch bis zum Alter von 25 weitergeführt werden, wenn sich das Kind in einer Ausbildung befindet oder studiert.

Auch während der Trennung hat der getrennt lebende Ehepartner bis zur Rechtskraft der Scheidung das Recht, weiterhin über den anderen Ehegatten familienversichert zu sein.

Wird die Ehe geschieden, sind die Kinder auch nach der Scheidung weiterhin familienversichert.

Für den mitversicherten Ehegatten erlischt hingegen mit Rechtskraft der Scheidung die Familienversicherung, so dass er sich selbst versichern muss, wenn er keiner sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgeht.

Sofern der geschiedene Ehegatte nicht binnen zwei Wochen nach Erhalt eines Schreibens von der Krankenkasse mit dem Hinweis auf die bestehende Möglichkeit des Austritts aus der Krankenkasse, den Austritt dieser gegenüber erklärt, bleibt er dort automatisch versichert.

Er wird als freiwillig versicherte Person in der gesetzlichen Krankenversicherung geführt. Er verpflichtet, die Krankenversicherungsbeiträge selbst zu zahlen.

Die Höhe des geschuldeten Krankenversicherungsbeitrags bemisst sich nach dem Bruttoeinkommen des Versicherten. Auch Unterhaltszahlungen zählen zu dem relevanten Einkommen und werden bei der Bemessung der Höhe des monatlichen Versicherungsbeitrages berücksichtigt. Es gehört zu unseren Beratungspflichten zu prüfen, ob der Beitrag zur Krankenversicherung als sog. Krankenvorsorgeunterhalt neben dem Elementarunterhalt gezahlt werden muss.

Der monatliche Mindestbeitrag der freiwilligen Krankenversicherung betrug im Jahr 2018 142,00 €.

Ehegatten von Beamten und Selbständigen

Ehegatten, die nicht pflichtversichert sind, können in die gesetzliche Krankenkasse nicht wechseln. Die Beihilfeberechtigung endet auch hier mit Rechtskraft der Scheidung. Der unterhaltsberechtigte Ehegatte hat dann einen Anspruch auf eine angemessene Krankenvorsorge in Höhe einer den Beihilfeleistungen entsprechenden privaten Krankenversicherung gegen den anderen Ehegatten. War der Ehegatte freiwillig versichert, wird die Versicherung fortgeführt.

Erlischt die Mitversicherung bei Rechtskraft der Scheidung, hat er die kostengünstigste Versicherung zu wählen und der gesetzlichen Versicherung des Verpflichteten beizutreten. Der Verpflichtete ist dann zur Erstattung der vertraglich nicht gedeckten Krankheitskosten verpflichtet.

Ein unterhaltsberechtigter Ehegatte, der während der Ehe nicht gesetzlich krankenversichert war und aufgrund seines Alters nicht mehr gesetzlich versichert werden kann, muss wissen, dass die Zahlung von jetzt hohen Krankenkassenbeiträgen einen ehebedingten Nachteil darstellt, der als unbefristeter Krankenvorsorgeunterhalt geltend zu machen ist.